„Alltägliche Herausforderungen und politische Aufreger“

Wer das liest, könnte meinen: „Geht‘s den Landwirten schlecht?“ Vielen in der Tat und so manche fragen nach einer Perspektive. Wir Christen wandten uns an Gott. Am 13. Juni versammelten sich in Lohmen ca. 50 Besucher. In den Fürbitten kamen solche Themen vor Gott: Das fehlende Verständnis ggü. den Landwirten, ökonomische Zwänge, das Wissen um den Hunger in der Welt, die Forderung nach Bio-Luxus in unserem Land, die Suche nach willigen und sachkundigen Arbeitskräften, die Zusammenarbeit von Jung und Alt. Was entspricht Gottes Willen bei den Entwicklungen in der Landwirtschaft und in der Gesellschaft? Mit der Predigt zu Joh 15,1–8 brachte Christoph Trinks in prägnanten Stichworten alles auf den Punkt: Gottes Wort – Gebet – Gemeinschaft – Gehorsam – gern, ganz, gleich. Dranzubleiben und Gottes Willen zu tun hilft bei Entscheidungen und gibt Kraft und Trost. Beim Kaffee danach gab es viele Dankesworte für die stärkende Botschaft.

Eine kleine wahre Geschichte zum Dilemma der Bauern in Europa: Ein Kollege mäht ein Wiese. Der Löwenzahn ist längst in die Kleingärten verflogen. Ein Anwohner beschwert sich: „O, die armen Insekten!“. Ein Zweiter meint: „Warum wird jetzt erst gemäht?“ und ein Dritter freut sich, dass die Wiese genutzt wird. Ebenso uneins sind die politischen Parteien untereinander.

Nach 1945 wurde die knappe Hälfte vom Einkommen für Lebensmittel aufgewendet. Jetzt sind wir bei 10 Prozent. Dabei erreichen vom Marktwert 1 Euro nur 22 Cent den Bauern. Bei wechselhaften Wetter ist die diesjährige Ernte nicht leicht. Zu den alltäglichen Herausforderungen kommen die publizierten politischen Aufreger: Die Tierrechtsorganisation PETA verklagt 32 Schafzüchter wegen der Schur. Einer von 300 Anträgen im Bundestag für besseres Klima, die die Landwirtschaft betreffen, lautet ,,Dunghaufen überdachen“. Bei allen Streitereien haben investitionswillige Landwirte keine Planungssicherheit für Tierwohlverbesserungen. Was gilt noch in 10 Jahren? Dabei ist beispielsweise die Verbesserung der Lebensleistung von Milchkühen eine ökonomische und gesellschaftliche Vorgabe für eine bessere Akzeptanz. Letztendlich ist es traurig, dass nur wenige Christen zum Erntedankgottesdienst wie zu uns Bauern eine gute Beziehung haben. Wir wollen Gott darum bitten und Ihm danken.

 

Christian Porzig

Oelsa

Arbeitskreis Christlicher Landwirte

 

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Bildnachweis: Christian Porzig