Aus „Alpha“ wird in Glauchau „Beta“

Evangelisation wird meistens in Form von Veranstaltungen gedacht. Evangelisation ist jedoch viel mehr ein Lebensstil. Kommt es dann jedoch zu solch einer besagten Evangelisationsveranstaltung, merkt man dann, ob man auch den Lebensstil hat: Kann ich jemanden einladen? Oder merke ich, dass alle meine Bekanntschaften eine gemeindliche Anbindung haben? – Ich schreibe das sehr selbstkritisch, da ich bei unserem Alphakurs letztes Jahr ähnliches feststellen musste.

Mit 3 anderen Gemeinden aus der Stadt haben wir einen Alphakurs in Glauchau gestartet. Einen Glaubensgrundkurs auf Allianzebene durchführen zu können ist ein echtes Geschenk! Jede Gemeinde muss sich für das Gesamtanliegen etwas zurücknehmen und dann kann es auch gelingen.

Ich habe schon peinliche Evangelisationsveranstaltungen erleben müssen. Nun war diesmal meine Hoffnung, dass wir bei der Menge an Mitarbeitern auch eine gute Handvoll Teilnehmer haben. Ja, ich kenne auch unsere christlichen Legitimationen „Es geht nicht um Quantität, sondern um Qualität“, „Wenn nur einer kommt, hat es sich schon gelohnt“, „Wer weiß, für was es gut war“ oder „Dann sollte es nicht sein“. Aber mal ehrlich: Wer wünscht sich denn nicht, dass eine vorbereitungsintensive Veranstaltung „durch die Decke geht“? Wir haben immerhin etwas anzubieten, dass die Welt nicht bieten kann. Darauf sind wir schließlich stolz und uns einig. Also wen lade ich für den ersten Termin ein?

Wir haben am ersten Abend 40 Gäste begrüßen können. Das schreibe ich nicht prahlerisch, eher beschämt. Es waren nämlich nicht die Vielen, die Einzelne eingeladen haben, sondern Einzelne, die Viele eingeladen haben. Klar sollen die Veranstaltungen gut sein, aber ich habe gelernt, dass mehr Kraft in die Teilnehmer gesteckt werden muss. Für Alpha spricht das Konzept: 10 min Plenum, 30 min Essen, 30 min Film, 30 min Kleingruppe. Der neue Alphakurs ist empfehlenswert. (https://alphakurs.de/vor-alpha)

Aus „Alpha“ ist bei uns „Beta“ geworden. So nennen wir den Kreis, den wir nun 14tägig für interessierte Menschen anbieten, die sich kritisch, aber auch aufgeschlossen den Fragen des Lebens stellen. Wir sollen sie nicht überzeugen, sondern ihnen Gott vorstellen. Den Glauben bewirkt dann Gott.

 

Ronald Seidel, Glauchau

EC-Referent

 

 

 

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