In loser Folge stellen wir ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter unseres Verbandes vor. Heute ist Matthias Nönnig an der Reihe.

 

Ein Leben auf zwei Seiten dazustellen – das geht nicht! So werde ich mich auf wenige prägende Erlebnisse beschränken müssen.

 

Meine Bekehrung.

In meiner Kindheit gab es Schuld. Mit paar Freunden hatten wir eine Bande gegründet. Kurzzeitig hatten sie mich zum Bandenchef gemacht. Dann gab es einen Einbruch – und der kam raus. Die Sache ging knapp an polizeilichen Ermittlungen vorbei und die Bande flog auseinander. Ich verlor meine Freunde. In dieser Situation fragte ich nach dem Sinn des Lebens. Vor meiner Konfirmation besuchte in meinen Patenonkel. Der war Pfarrer. In seiner Familie spürte ich: „Die haben etwas, was mir fehlt.“ Ich fragte meinen Patenonkel danach. Er sagte mir: „Jesus lebt in unserem Herzen. Das fehlt dir!“

Er meinte weiter: „Es gibt Schuld in deinem Leben. Die muss unters Kreuz!“ Er gab mir einen Beichtspiegel zu den 10 Geboten. Beim Studieren dieses Beichtspiegels fiel mir immer mehr ein. Das war richtig schlimm. So schob ich das Beichtgespräch auf. Am letzten Tag meines Urlaubs habe ich meinem Onkel und Jesus viel Belastendes bekannt, was in meinem Leben war. Als mein Onkel mir im Namen Jesu die Vergebung der Schuld zusprach, war es so, als ob ein schwerer Rucksack meinen Schultern genommen worden wäre. Ich habe das richtig körperlich gespürt. So wurde ich vom bösen Gewissen befreit.

Mein „Ja“ zu Jesus Christus am Tage meiner Konfirmation war wenige Monate später ein ganz bewusstes „Ja“.

 

Die neue Orientierung

Meine alten Freunden hatte ich verloren. Jetzt gewann ich neue. Viele Jugendfreizeiten haben mich geprägt. Auf einer Freizeit haben wir als junge Männer im Zimmer stundenlang miteinander die Bibel gelesen, obwohl wir das nicht tun mussten. Wir haben uns über die persönlichsten Fragen unseres Lebens unterhalten und viel gebetet. Das werde ich nie vergessen.

 

Ein prägendes Bibelwort

Zu meinem 21. Geburtstag stand in unserer Familie die Frage an, wer die elterliche Bäckerei übernimmt. Mein Bruder, der Bäcker gelernt hatte, wollte sie aus persönlichen Gründen nicht übernehmen. Unser Familienrat beriet über die Sache. Da stand plötzlich für mich die Frage auf, ob ich auf diesen Beruf umlerne.

Mit diesem Wissen zog ich mich betend in mein Zimmer zurück. Beim Beten kam mir in den Sinn, die Tageslosung zu lesen. Sie hieß: „Tu, was dir vor die Hände kommt; denn Gott ist mit dir.“ Der Lehrtext ergänzte: „Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist es Sünde.“

Das brachte mir die Klärung. Ich sagte zu meinen Eltern und Geschwistern. „Ich lerne um“. Großes Staunen. Meine Eltern haben sich gefreut. Ich lernte um und wurde später auch Bäckermeister. Dann kam für mich der Ruf in den Dienst des Predigers. Mein Bruder übernahm dann doch die Bäckerei. Dies alles zu erzählen, würde allerdings den Rahmen dieses Berichtes sprengen.

 

Bibelschule und Dienstbeginn.

An der Bibelschule Falkenberg war mir Uwe Holmer Seelsorger. Mein Dienst als Prediger begann in Zwickau. Mit Johannes Langer schenkte mir Gott einen liebevollen Mentor. Jugendevangelisationen in Zwickau und Umgebung haben meine ersten Dienstjahre geprägt. Gern erinnere ich mich an die Eheseminare auf Allianzebene mit Lothar Albrecht zurück. Mehr als 350 junge Leute füllten das Gemeinschaftshaus in Zwickau!

Mit dem Singewart Gunter Gerhardt verband mich lange Jahre eine herzliche Bruderschaft. Auf einer Singefreizeit in Schloss Mansfeld lernte ich meine Frau Tabea kennen. Es waren dort 40 junge Damen – und ich als junger unverheirateter Prediger. Das war spannend! Ich bin mein Leben lang für meine liebevolle Frau Tabea dankbar, die ich kennen und lieben lernte. Auch durch ihren Vater Rudi Roder wurde ich geprägt und gesegnet. Wir beide waren nicht immer einer Meinung, sind aber immer eines Sinnes.

 

Eindrückliche Erlebnisse

Rückblickend bezeichne ich die Bauzeit in Neukirchen als härteste Zeit meines Lebens. Zwei Jahre der Renovierung eines alten Gemeinschaftshauses in der zu Ende gehenden DDR-Zeit. Das war ein Hammer!

Zur schönsten Seite meines Dienstes gehören die Freizeiten in unseren Freizeitheimen – aber auch an attraktiven Reiszielen auf unserer Welt.

Neben meinen Diensten in den Gemeinschaften bin ich mit der ProChrist-Bewegung eng verbunden. In einigen Orten leitete ich organisatorisch die ProChrist-Veranstaltungen. 2009 wurde ich zum Leiter der Weiterarbeit im Hauptveranstaltungsort Chemnitz berufen. Wir haben viele Bekehrungen erlebt.

 

Heute …

… bin ich Jungsenior. Uns geht es gut. Wir freuen uns an unseren drei Kindern und den vier Enkeln. Und es gibt immer wieder freundliche Menschen, die mich um verschiedene Dienste bitten. Solange mir Gott dazu Gnade gibt, sage ich zu.

 

Matthias Nönnig, Burgstädt

 

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Bildnachweis: privat