Was habe ich mir nicht schon alles für ein neues Jahr vorgenommen! Die Liste der Neujahrsvorsätze reicht von „gesünder leben“ über „Sport treiben“ bis zu „mehr Bibel lesen und beten“. So lang wie die Liste, so groß ist allerdings auch die Ernüchterung, wenn ich Bilanz ziehe. Die meisten der guten Vorsätze sind spätestens Ende Januar unter die Räder des Alltags gekommen. Da stellt sich die Frage: Sollte man das lieber lassen? Sich einfach gar nichts vornehmen? Aber dann bleibt ja alles beim Alten! Als Christ frage ich mich manchmal sehr erschrocken, warum das „neue Leben“, von dem wir reden, oft so alt aussieht? Warum ist oft so wenig Jesus zu entdecken – in dem, wie Christen miteinander umgehen und bei dem, was sie antreibt?

Vielleicht brauchen wir gar nicht überlegen, was wir uns denn vornehmen sollten. Wir sollten uns wieder klar werden: Wozu bin ich, sind wir eigentlich da? Wofür hat der Herr uns berufen? Uns ganz persönlich und uns als Gemeinden? Ich möchte am Anfang des Jahres neu über unsere Berufung nachdenken. Wer ins Wort Gottes sieht, kann unglaubliche Entdeckungen machen. Da lesen wir, dass wir „zur Gemeinschaft mit Jesus“ (1Kor 1,9), „zur Hoffnung“ (Eph 1,8), „zum Frieden“ (Kol 3,15) und „zu seinem wunderbaren Licht“ (1Petr 2,9) berufen sind. Wir sind dazu bestimmt, genau dorthin zu kommen: In’s Licht, in den Frieden, in die Hoffnung. Dort darf unser Herz sich genau damit auftanken – richtig vollsaugen wie ein Schwamm. Dann werden wir Apostel, d.h. Gesandte in unserer Umgebung: Bei jeder Begegnung geben wir etwas von dem ab, mit dem wir uns vollgesogen haben. Ich stell mir das schon toll vor, wenn Gemeinschaftsleute bei jeder Begegnung, ob miteinander oder mit anderen, Hoffnung versprühen. Wenn die Hoffnung oder der Frieden nur so aus ihnen heraus quillt. Genau wie der Schwamm bei der Schwammschlacht, wenn er an der Wand auftrifft, alles aus sich herausgibt, was er an Kreide und Wasser im Laufe eines Schuljahres aufgesogen hat.

Und so bleibt das neue Leben – das Leben aus Jesus, aus seiner Gemeinschaft – neu. Denn es wird erNEUert, immer wieder. Das hält länger als bis Ende Januar.

 

Ein gesegnetes neues Jahr,

 

euer Reinhard Steeger

Vorsitzender des SGV, Leipzig

 

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