Ich liebe es Pläne zu schmieden, mir Ge­danken über die Zukunft zu machen. Mit anderen Überlegungen anzustellen, wie Gemeinde aussehen und wachsen kann – da kann ich, da können wir zur Hochform auflaufen. Was wir alles möchten, könnten und sollten! An Plänen und Ideen mangelt es uns nicht. Und jede neue Idee, jeder gut durchdachte Plan, lässt unser Herz höher­schlagen: Wie toll wäre es, wenn das Wirk­lichkeit würde.

Aber irgendwann weicht der Traum der Wirklichkeit und die Realität schlägt brutal zu. Unsere Ideen scheinen nicht zu funktio­nieren und gute Absichten scheitern an den Gegebenheiten. Es kommt die Enttäu­schung, der Frust macht sich breit: Das bringt alles nichts! Und dann sitze ich da und überlege, was an unserem so tollen Plan falsch war. Aber vielleicht war nicht der Plan falsch oder die Idee schlecht – wir hätten es einfach mal MACHEN müssen. So viele tolle Ideen scheitern nicht am Geld oder an fehlender Kreativität, sondern schlicht daran, dass keiner sie umsetzt. Einfach mal losgehen und machen! Ob das in unseren Gemeinden ist oder in meinem eigenen geistlichen Leben: Wir brauchen ganz neu eine Kultur des Probierens und Aufbrechens. Einfach mal die alte Angst weglassen, dass wir Fehler machen könn­ten. Manchmal blockiert diese Sorge oder die Furcht vor einer Blamage die besten Ideen.

Mich hat in der Bibellese Samuels Satz an Saul inspiriert, als er ihn zum König beruft. Samuel nennt ihm Zeichen, die passieren werden. Und er schließt mit dem guten Tipp: „So tu, was dir vor die Hände kommt; denn Gott ist mit dir.“ (1 Sam 10,7)

Mach das, was dran ist! Gott ist dabei, da heißt es doch Anpacken und Losmachen. Wenn etwas schief geht, können wir fröh­lich aus den Fehlern lernen. Das Problem Sauls war, dass er ständig zögerte und un­entschlossen war. Und wenn er sich aufge­rafft hatte, wollte er vor lauter Stolz nicht aus seinen Fehlern lernen. Könnte unser Motto „Lieber fröhlich Fehler machen, als gar nichts tun“ heißen? Vielleicht könnte die Gemeinschaftsbewegung sogar in Be­wegung kommen …

… und das darf nicht nur eine Idee und der Plan sein. Im Herbst ´89 hat es doch auch geklappt, oder? Ñ

 

Einen fröhlichen Aufbruch,

Reinhard Steeger

Vorsitzender des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes, Leipzig

 

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