Nein, mit Helden haben wir es eigentlich nicht so sehr. Wir mögen es lieber etwas kleiner und bescheidener, oder? Aber inter­essant wäre es doch, wenn man mal durch­spielt: Was wäre, wenn wir so richtige Su­perheldenkräfte hätten – wie Superman und Co? Wenn wir den Lauf der Zeit verän­dern, Unheil verhindern, das Böse in die Schranken weisen und die Welt retten könnten?

Welt retten?! Superheldenkräfte?! Wie war das mit: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2Tim 1,7)?

Ja, wir haben Gottes Kraft: Seinen Geist, der uns führt und leitet, der uns die Kraft und die Begabungen gibt, die wir brauchen, der unser Denken und Reden verändert und uns für Gott gebrauchsfähig macht.

Ganz anschaulich wird das in der Apostel­geschichte. Eine spannende Lektüre! Kein Rezeptbuch, sondern die Schilderung des­sen, wie Gottes Geist die Menschen des „neuen Weges“ führt. Vielleicht ist es gera­de diese Bezeichnung, die uns sagt, wie wir die Welt verändern können: Menschen des „neuen Weges“ zu sein. Also Leute, die Wege, Umleitungen und manchmal auch Trampelpfade zu den Herzen von Men­schen finden. Am interessantesten ist für mich, dass Jesus seinen Leuten nie sagen muss, WAS sie tun sollen. Ihnen wird ledig­lich der nächsten Einsatzort gezeigt. DASS sie dort die gute Nachricht von Vergebung und Neuanfang sagen, ist klar, denn davon ist ihr Denken und Reden ohnehin gefüllt. Um diese Botschaft nicht nur zu sagen, sondern zu zeigen und erlebbar zu machen, gibt der Herr ihnen die Gaben, die sie in ih­rer Situation brauchen.

Und es geht weiter! Quer durch 2000 Jahre Kirchengeschichte gebraucht Jesus ganz einfache Männer und Frauen, um den Lauf der Welt zu verändern. Ob Krankenpflege, Obdachlosenasyl, Nothilfe, Bildungs- und Erziehungshilfen, Abschaffung der Sklaver­ei oder die Einführung von Sozialkassen und Genossenschaften: Es waren Jesus­leute – ganz einfache Helden des Alltags -, die sich von Gottes Geist regieren ließen.

Und jetzt sind wir dran, uns gebrauchen zu lassen: An dem Platz, an dem uns Jesus hingestellt hat, fröhlich zu bezeugen und zu leben – und den Lauf der Welt zu verän­dern. Ñ

 

Herzliche Grüße, euer

Reinhard Steeger

Vorsitzender des Sächsischen

Gemeinschaftsverbands

 

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