Ich war 5 Jahre alt, als ich in die Sonntagsschule ging. Dort begegnete ich mit der größten Selbstverständlichkeit Jesus. Die Sonntagschultante kümmerte sich um uns und vermittelte uns die Liebe Jesu. Als sie einmal nicht kam, übernahm ich für sie die Sonntagsschule. Ich erklärte anhand eines Bildes den anderen Kindern die biblische Geschichte.

Meine Eltern haben mir den Umgang mit Jesus ganz natürlich beigebracht. Es gab für mich nie eine Zeit, wo Jesus nicht da gewesen wäre. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Aber ich möchte es euch erzählen, damit ihr wisst, dass es das auch gibt.

In unserer Familie wurde vor jeder Mahlzeit gebetet. Da kam es dann schon mal vor, dass wir nicht mehr wussten, ob wir schon gebetet hatten oder noch nicht. Prägender war schon, dass meine Mutter mit uns Kindern immer abends am Bett gebetet hat. Wenn mein Vater auch mal am Abend zu Hause war, übernahm er das Beten oder war auch mit dabei.

Was den Glauben an Jesus betraf, hat mein Vater mich sehr geprägt. Ich spürte ihm ab, dass seine Berufung zum Prediger echt war. In ihm hatte ich auch immer einen kompetenten Ansprechpartner, wenn ich Fragen aller Art hatte. Und ich hatte viele Fragen.

Meine Eltern haben mich schon früh angehalten, in der Bibel zu lesen und schenkten mir eine. Die Widmung werde ich nie vergessen, die mein Vater schrieb:

 

Lieber Sieghard,

dies ist deine erste Bibel! Lies darin, bete darüber und gehorche dem Herrn Jesus.

Dein Vati, Deine Mutti

 

Mein Vater hat mich als ältesten Sohn schon zeitig mit zu Gemeinschaftsstunden mitgenommen. So kamen bei mir wesentliche Grundlagen des Glaubens wie Gebet, Gottes Wort und Gemeinschaft positiv zusammen.

Seit meiner Schulzeit begegnete mir klarer Atheismus. Das forderte mich zu einer Position heraus: In der Grundschule kein Pionier, später keine FDJ und keine Jugendweihe. Alles das vollzog sich in mir alleine und wurde von meinem Elternhaus unterstützt. Ich bin Jesus total dankbar, wie er dies alles durch seinen Geist in mir zustande gebracht hat. Es ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk. An meine christliche Erziehung, die von der Liebe meiner Eltern zu uns Kindern (5) durchzogen war, habe ich eine sehr positive Erinnerung. Meine Eltern haben mir in großer Weisheit schon sehr früh eigene Entscheidungen ermöglicht und mich nie unter Druck gesetzt. Danke an sie und an Jesus.

 

Sieghard Gebauer

Stollberg

Gemeinschaftspastor

 

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