… diese Frage hat das SGB einem Kommunalpo­litiker, einem Gemeinschaftsleiter und einem ehemaligen NVA-Soldaten gestellt. Ihre Ant­worten zeigen deutlich: Die „Wende“ war sowohl – als auch.

Mauerfall: Auf- oder Abbruch? Welche Gedanken haben euch in der Wendezeit beglei­tet?

Wir waren froh und dankbar, dass Gott uns Freiheit geschenkt hat. Wir hatten aber auch Angst, dass jetzt alle jungen Leute weggehen. Wir fragten uns, ob unser gro­ßes neugebautes Gemeinschaftshaus bald leer steht.

 

War die Angst berechtigt?

Nur zum Teil. Natürlich sind einige der jungen Leute erstmal weggegangen, um in Süddeutschland zu arbeiten, aber viele sind auch wiedergekommen.

Was hat euch die Wende Positives gebracht?

Erstmals konnten wir unsere langjährigen Partnergemeinschaften, die Stadtmission Pforzheim und die LKG Creussen in der Nähe von Bayreuth besuchen. Der Gang zu den Behörden mit der Bitte um irgendwel­che Genehmigungen war nicht mehr mit Angst verbunden. Und unser Geld war plötzlich etwas wert. Gleichzeitig gab es aber auch viele Spendenaufrufe von christ­lichen Werken. Trotzdem sind die Kollek­ten nicht zurückgegangen und wir konn­ten immer reichlich Geld an unseren Verband überweisen.

 

Gibt es auch kritische Entwicklungen?

Wir mussten lernen, dass Manches auch etwas kostet. Während zu DDR- Zeiten alle Dienste von Glaubensgeschwistern selbst­verständlich kostenlos waren, müssen seit der Wende neben Fahrgeldern oft auch Ho­norarkosten getragen werden. Ñ

 

Klaus Leistner

in der Wendezeit Gemeinschaftsleiter in Stützengrün

 

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