Von meinen eigenen Paten habe ich nicht erfahren, was Patenamt eigentlich bedeu­tet. Im Alter von sechs Jahren wurde ich getauft. Die Paten kamen, wie damals oft üblich, aus der Familie – Hauptsache noch Kirchenmitglied. Eine Patin verstarb sehr früh. Die andere sah ich das nächste Mal zur Konfirmation. Und doch war die Erfah­rung wertvoll! Denn so wollte ich mein Pa­tenamt nicht verstehen.

Sehr jung durfte ich selbst Patin werden. Im Taufgespräch wurden wir gut auf das Amt vorbereitet: Es wurde uns die Bedeu­tung und Verantwortung vor Augen ge­führt. Und es wurde mit und für uns gebetet – um Weisheit, Geduld und Treue als Paten. Genau das ist für mich das Wichtigste, das Gebet: Für das Patenkind, die Eltern und die Familie.

Als Pate ist man Zeuge der Taufe: Ich be­zeuge, dass die Eltern ihr Kind zu Gott ge­bracht haben; ich bezeuge, dass Gott Sein Ja zu dem Kind sagt. Jesus ist auch für die­ses Kind gestorben und auferstanden!

Das Bewusstsein dafür muss bei dem Kind wachsen: Ich bin gewollt, geliebt, ein Kind Gottes und wertvoll. Gott wartet auf mein Vertrauen zu Ihm. Dabei möchten wir unse­rem jüngsten Patenkind helfen: Wir beten, wir sind da, wir hören zu, wir ermutigen. Vor allem verbringen wir Zeit mit ihm und le­ben ein Stück Alltag mit Jesus vor. Ebenso schaffen wir besondere Erinnerungen und vermitteln das Bewusstsein: Meine Paten sind für mich da.

Es ist uns aber auch wichtig, mit den Eltern im Gespräch zu sein. Ein Geschenk ist es, dass wir gemeinsam eine Gemeinde besu­chen und dadurch wirklich engen Kontakt haben können.

Zum Tauftag ist uns wichtig, an diesem Tag mit einem Besuch an die Taufe zu erinnern.

Auch über die Konfirmation hinaus werden wir unser Patenkind im Gebet begleiten. Wir vertrauen Gott, dass Er es festhält. Und wir hoffen, dass es selbst sein Leben Jesus anvertraut, Heimat in einer Gemeinde fin­det und Menschen, die mit ihm gemeinsam glauben.

Einige Paten unserer erwachsenen Kinder halten auch heute noch Kontakt. Sie beten und nutzen die modernen Kommunikati­onsmöglichkeiten. Das ist wertvoll! Wir se­hen es als Geschenk, denn als Eltern war es immer sehr gut zu wissen: Da sind Paten an unserer Seite, die auch für unser Kind da sind, sollte uns etwas zustoßen.

 

Angela Schulz

Falkenstein

 

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Bildnachweis: Josh Applegate | unsplash.com