… – wenn dieser Satz fiel, wusste ich: Jetzt ist das Gespräch beendet; wir sind fertig. Und dann wurde gebetet. Aber wie! Das ganze Gespräch, alle kleinen und großen Probleme und Sorgen, alle Menschen, über die wir geredet hatten, wurden einfach noch mal genannt und vor Jesus gebracht. Da saßen wir beide: Ich, der Jugendleiter und der andere, so viel ältere und doch anteilnehmende Bruder und schütteten unsere eigene Rat- und Hilflosigkeit vor Gott aus. Nirgends habe ich wieder so beten gelernt. Es war so etwas Natürliches dabei. Da ging es nicht um schöne Worte, vollendete Formulierungen oder enthusiastische Gefühle, sondern um die Realität und Wirklichkeit unseres Glaubens. In diesen Momenten gab es keine Zweifel: Jesus hat das jetzt gehört. Dass unsere Anliegen „vom Winde verweht“ oder an der „Decke kleben blieben“, wäre uns nie in den Sinn gekommen. Wir wussten: Wir sind jetzt beide vor dem Thron unseres Herrn. Ihm legen wir die Situation hin und erwarten, dass er eingreift.

Ich wünsche mir das wieder! Miteinander beten, vor Jesus sein und ihm all das bringen, was uns niederdrückt, lähmt und in Atem hält. Eine gute Gelegenheit dafür ist „Knie dich rein“. Geh AUF die Knie, bevor du IN die Knie gehst! 40 Tage Gebet für Erneuerung, Ermutigung und Erweckung. Wir sind bereits mitten drin. Es ist toll und macht Mut zu erleben, wie viele EC’ler und Gemeinschaftsleute sich zu einer Gebetsbewegung vereinen.

Mich hat vor einiger Zeit ein Vers aus 1 Tim 2,8 angesprochen: „So will ich nun, dass Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.“ Vielleicht fällt uns Männern solches Beten schwer: Einfach so und offen und ehrlich –auch voreinander – die Herzen zu öffnen. Vielleicht ist es uns manchmal nicht mehr bewusst, dass Beten mitunter ein Kampf ist: Wenn man sich durch all die Dinge hin zu Jesus kämpft und sich dann von ihm stärken lässt. Möglicherweise gibt es aber keinen anderen Weg, Zorn und Zweifel zu besiegen. Und wenn wir dann weitergehen, verschwinden wir nicht aus der Gegenwart unseres Herrn. Sondern: Da wo wir hingehen, geht er mit – wir leben in seiner Gegenwart!

 

In Jesus verbunden

euer Reinhard Steeger

Vorsitzender des SGV, Leipzig

 

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