„Keine Angst vor Veränderungen!“ – Vertreter- und Delegiertenversammlung am 18.09.2021 in Chemnitz

Als ich die Einladung las, dachte ich: Zwei Versammlungen an einem Tag? Das erlebe ich zum ersten Mal! Wie soll das gehen? Aber es hat funktioniert.

Mit den Vertretern war der Saal am Vormittag gut gefüllt. Die Andacht von Reinhard Steeger war sehr anschaulich, denn er wählte – obwohl er keinen „grünen Daumen“ hat – das Bild eines Gartens für die Auslegung zu 1. Kor 3, 6 -9. Verbandsarbeit bedeutet, jeder einzelnen Pflanze (Ortsgemeinde) helfen, damit sie wachsen und Frucht bringen kann. Dabei hat jede Pflanze ihre Berechtigung und ihren Platz im Garten. Für die Gartenarbeit braucht es Werkzeuge (Schulungen, Arbeitsmaterial), Saatgut (Finanzen), Dünger (Verkündigung) und Wasser (Gebet). Mit den Prüffeldern Solidaritätsprinzip, Evangelisation und Stärkung der Ehrenamtlichen entsteht im Garten die gewünschte Vielfalt in Formen und Strukturen und es wächst ein lebendiger, blühender Garten.

Ohne vorherige Absprache wählte auch Michael Härtel für seinen Finanzbericht ein Bild aus der Natur. Er verglich das Ergebnis von 2020 (siehe auch Seite 13) mit dem Sammeln von Blaubeeren. Zuerst füllt man einen kleinen Becher (im Ort), schüttet ihn dann in eine größere Kanne (den Bezirk) und diese in einen großen Eimer (den Landesverband). So trägt jeder kleine Becher – ganz gleich, wie viel darin ist – zum Füllen des Eimers bei und der war im letzten Jahr wirklich randvoll. Erstmalig überstiegen die laufenden Spenden aus den Ortsgemeinden die Grenze von 1 Million Euro und am Jahresende konnten knapp 2,5 Millionen Euro eingenommen werden. Nach Abzug der Ausgaben entstand ein Plus von reichlich 120.000 Euro, das im Vergleich zu den letzten Jahren zwar geringer ausfiel, aber deutlich zeigte, dass Gemeinschaft vom Miteinander lebt. Herzlichen Dank an alle Spender!

Nach einer Pause zum Durchlüften stand noch der Bericht von Dr. Jörg Michel auf der Tagesordnung mit einem kurzen Blick auf den Umgang mit Corona in den Orten und der Feststellung, dass das Miteinander wichtiger ist als ein gegenseitiges Vorhalten von Fehlern.

Er stellte die Frage, wie es im Gemeinschaftsverband, dem Weinberg Gottes, weitergehen soll. In den 32 Bezirken sind für 370 Orte 63 Gemeinschaftspastoren und 72 Hauptamtliche angestellt. Etwa 1.000 Ehrenamtliche arbeiten in ihren Ortsgemeinschaften. Punktuell erleben Orte einen Zulauf, andere dagegen einen allgemeinen Rückgang der Besucherzahlen. Es gilt, Bewährtes zu stärken, aber auch Mut für Neues zu haben. Das kann für jeden Ort anders aussehen und von der familienfreundlichen Gemeinschaftsstunde bis zur Gründung von neuen Gruppen oder Gemeinden reichen. Unterstützung durch den Verband gibt es durch viele Schulungsangebote oder die Möglichkeit, eine zweite im Bezirk vorhandene Pastorenstelle in eine Jugendpastorenstelle umzuwandeln. Also: Keine Angst vor Veränderungen!

Die Vertreterversammlung endete mit einem gemeinsamen Lied und Segen.

 

Die – wieder einmal – viel zu kurze Mittagspause war gefüllt mit Gesprächen, dem Besuch der Buchhandlung und einem Imbiss. Schade, dass gerade dem Austausch untereinander nicht mehr Zeit eingeräumt werden konnte. Aber die Pflicht rief und die Delegierten mussten noch einmal ran.

Am Nachmittag stellte sich als einziger Kandidat Dr. Marcus Jacob für den im letzten Jahr frei gewordenen Platz im Vorstand zur Wahl. Nach einigen persönlichen Rückfragen wurde er mehrheitlich gewählt. Michael Fischer verlas den Kassenprüfbericht und dem Vorstand wurde für das Rechnungsjahr 2020 Entlastung erteilt. Es folgte ein kurzer Blick durch Dr. Jörg Michel auf die aktuelle Entwicklung im Gemeinschaftsverband für den Personalbereich, den Umgang mit Corona und die Möglichkeiten von Mission und Evangelisation.

Die Delegierten beschlossen einstimmig zwei Satzungsänderungen, die die Antragstellung an die Delegiertenversammlung betrafen. Damit wird präzisiert, wer Anträge stellen und einbringen darf und wann die Delegierten diese erhalten müssen.

Früher als gedacht war damit das Tagesprogramm geschafft und die Heimreise konnte angetreten werden.

Herzlichen Dank an die vielen Helfer, die diesen Tag im Gemeinschaftshaus ermöglicht haben und den Mitarbeitern der Buchhandlung, die extra für uns länger geöffnet haben.

 

Christine Jassmann

Bezirk Kamenz

 

 

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Bildnachweis: Archiv SGB