Sicher haben etliche 2016 den „Deutschen Evangelischen Posaunentag“ (DEPT) in Dresden unter dem Motto „Luft nach oben“ wahrgenommen oder wie ich selbst miterlebt. Die von 17.500 Blechbläsern erzeugte Klangflut dokumentierte zugleich, wie eine lange Tradition froh und selbstbewusst ihr gegenwärtiges Dasein feiert.

Bei solchen Ereignissen sitzt ein „Posaunen-Wart“ immer auch auf der „Warte“ und nimmt wahr, was „Posaunenchor“ eigentlich ist. Menschen unterschiedlicher Generationen versammeln sich zum Musizieren, kommen sich näher, spüren und erfahren noch mehr voneinander. Viele können hier einfach mal „aufatmen“. Einige kommen und bei ihnen „ist die Luft raus“. Die, die „mal die Luft (den Dampf) ablassen“, sind nicht zu überhören. Leicht zu überhören sind jedoch die, bei denen die „Luft weggeblieben“ ist. Manche holen „tief Luft“ oder können nur noch ärgerlich „nach Luft schnappen“. Wie gut, dass es in der Posaunenchorarbeit um die Luft geht und nicht„um die Wurst“.

Leider geht vielen unserer Posaunenchöre diese Luft langsam aus. Durch Überalterung und fehlenden Nachwuchs atmen sie zunehmend schwerer. Das große Motto des DEPT in Dresden „Luft nach oben“ regt an, im Kleinen weiter und neu bedacht zu werden. So ist es zum Beispiel im Umgang

mit Nachwuchsbläsern eine große Freude, wenn sie selbst voller Motivation entdecken, dass bei ihrem Spiel ja noch „Luft nach oben“ ist. Wie schön, dass mit den musikalischen Fortschritten auch die persönliche Entwicklung positive Impulse erhält. Gegenwärtig kümmern sich Ausbilder in 24 Posaunenchören um 64 Nachwuchsbläser. Es ist erstaunlich, was und wie viel hierfür von Einzelnen geleistet wird. Leider ist die Abbruchquote hoch und der Nachwuchs unter den Ausbildern wird auch weniger. Ob hier noch „Luft nach oben“ da ist, um den Akteuren etwas mehr Wahrnehmung zu schenken, das Gespräch mit ihnen suchen und, wo möglich, liebevolle Unterstützung zu geben?

Liebe sächsische Gemeinschaften, wir danken euch herzlich für eure Aufmerksamkeit und spielen euch jederzeit gern auf. Am 7. Juni 2020 ist ein besonderer Termin. Da laden wir nach Chemnitz in den Küchwald ein, um anlässlich unseres Landesposaunentages um 14 Uhr ein „Luft nach oben“-Konzert zu veranstalten. Wir wollen unser Glück mit euch feiern, dass die „Luft nach oben“ frei ist und Gottes Ohren für unseren Dank und die Anliegen, die wir haben, offenstehen.

 

Stephan Hoffmann

Chemnitz

Posaunenwart

 

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