Wer noch keinen geschrieben hat, der sollte sich beeilen – Weihnachten naht. Aber was wünscht man sich? Irgendwie hat man schon alles. Und was man nicht hat, ist meist so teuer, dass man diesen Wunsch schon lang ad acta gelegt hat.

Also, was wünscht man sich? Ich finde, Kinder sind da irgendwie besser dran. Denen brauchst du nur kurz das Wort „Wunschzettel“ ins Zimmer zu rufen und – zack! – stehen sie mit drei Din-A4-Blättern randvoll beschrieben und wundervoll verziert vor dir und präsentieren ihre Wünsche. Aber was wünsche ich mir, was wünschen wir uns? Sind wir wirklich so bescheiden geworden? Bringt uns wirklich nichts mehr zum sehnlich gehauchten „… das wünschte ich mir?“ Eigentlich ist das doch blöd, oder? Wenn du keine Wünsche hast, dann treibt dich auch nichts an. Natürlich geht es dabei selten um Dinge, die man kaufen kann. Denn: Wenn man sie kaufen könnte, hätten wir sie schon.

Unsere Wünsche sind die Spiegel unserer Motivation. Schreib deine Wünsche auf, dann weißt du, was dich motiviert, was deine Vision ist. Denn eine Vision, einen Wunsch, dem man nachhängt, der einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert und die Kraft hat einen vom Sofa zu bringen, hat jeder. Paulus lässt sich da zweimal ins Herz schauen. In der Gerichtsverhandlung vor dem König Agrippa sagt er: „Ich wünschte vor Gott, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, das würden, was ich bin.“ (Apg 26,2) Und im Römerbrief bricht es geradezu aus Paulus heraus: „Ich wünsche mir sehnlichst und bitte Gott inständig, dass auch mein Volk gerettet wird“ (Röm 10,1).

Auf dem Wunschzettel des Paulus steht ganz oben, dass andere Menschen den Heiland finden, von dem in der Adventszeit auf jedem Weihnachtsmarkt gesungen wird. Wäre das nichts für unseren Wunschzettel oder für den unserer Bewegung? Steht eigentlich schon drauf, merkt man aber manchmal wenig. Ist der so unrealistisch? So teuer? Natürlich ist der teuer: Gott hat er seinen Sohn gekostet. Und uns würde er manche liebgewonnen Form, Musikstile oder Anfangszeit kosten. Aber: Wenn´s der Herzenswunsch ist, dann darf´s auch was kosten.

 

Ein wunscherfüllendes Weihnachtsfest,

euer Reinhard Steeger

Vorsitzender des SGV, Leipzig

 

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