Gar nicht so einfach, etwas zu schreiben, was in einem Monat noch aktuell sein soll. Im Moment frage ich mich: Ist dann alles vorbei? Läuft unser Leben und unsere Gemeindearbeit dann wieder normal? Und wenn nicht, was dann? – So neu sind die Fragen gar nicht. Irgendwie hat man immer mal wieder den Eindruck: Alles umsonst. Alles versucht, um Menschen das Evangelium zu bringen und ihnen zum Glauben zu helfen, aber es klappt nicht. Es schleicht sich das Gefühl der Ohnmacht ein.

Wie so oft dreht sich das Gedankenkarussell: „Wir können nicht, wir haben nicht, wir …“ Ich kenne das so gut. Aber wie kann man das stoppen? Wie können wir anstatt auf die Probleme auf die Lösungen sehen? Mich haben die Berichte von der Speisung der 4000 ganz neu berührt. Die Jünger, die so viel mit Jesus erlebt haben, sind mit den Problemen der Gegenwart überfordert. Woher soll man nehmen, was jetzt gebraucht wird? Das ist bis heute so: Wir haben nicht genug Leute, nicht genug Finanzen, … – nicht genug irgendwas. Wir wissen nur, mit dem, was wir haben, geht es nicht. Aber Jesus sagt seinen Leuten: „Es geht nur mit dem was ihr habt. Bitte gebt mir das, was ihr habt – das Kleine, das Mickrige, das Unzulängliche!“ Jesus dankt für das, was wir schon aussortiert hatten. Und das Wunder geschieht: in seiner Hand verändert es sich. Stellen wir Jesus das zur Verfügung, was wir haben und vertrauen, dass er damit etwas macht!

Noch etwas anderes bewegt mich: Die Jünger kommen zu Jesus und können ihm ganz genau sagen, was die Menschen um sie herum brauchen. Dabei geht es nicht um das, was sie gern geben möchten, oder wie sie die gern verändern möchten. Sie haben in der Zeit mit Jesus gelernt hinzusehen, was Menschen brauchen. Um diesen Blick möchte ich beten: Zu sehen, was der andere gerade braucht. Vielleicht fangen wir bei denen an, die wir in unseren Kreisen und Gemeinschaften sehen: Die Teenager, die jungen Erwachsenen, die jungen Familien, die Verheirateten, die die es schon nicht mehr sind, die Senioren, die …

 

In Jesus verbunden,

euer Reinhard Steeger

Vorsitzender des Sächsischen

Gemeinschaftsverbandes

 

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