02. Mai 2020

Liebe Geschwister im Gemeinschaftsverband,

seid gegrüßt mit dem heutigen Lehrtext aus Kol 1, Verse 3+13: „Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.“ Versetzungen sind ein manchmal gar nicht so sehr beliebtes Thema. Solch eine Versetzung, von der Paulus jedoch spricht, ist für jeden Menschen nötig, der selig werden will. Denn diese Versetzung erfolgt in den Bereich des Heils, in dem alle Gläubigen leben und eine gegenwärtige und eine ewige, geistliche Beziehung zu Gott haben. Schon jetzt gegenwärtig, aber noch nicht ewiglich. „Schon jetzt, aber noch nicht ganz“, wie mein Dozent für Neues Testament zu formulieren pflegte.

Schon jetzt werden hernieden weitere Änderungen aufgrund der Entwicklungen in der Corona-Pandemie festgelegt, die auch uns betreffen. Einige Gedanken dazu:

Es gibt Grund zu großer Freude und Dankbarkeit. Auch bei unterschiedlichen Ansichten zur Natur, Art und Schwere der Pandemie und den angemessenen Mittel und Verhaltensregeln dürfen wir feststellen, daß es, wie erwartet, schrittweise in die Richtung der Normalisierung geht: Das heißt, in Zukunft wieder normale Stunden und Gottesdienste halten zu können, uns ohne Einschränkungen versammeln zu können und unsere verbrieften Rechte uneingeschränkt ausüben zu können. Aber eben auch noch nicht ganz vollständig auf einmal. Es ist durchaus sinnvoll, hier schrittweise vorzugehen. Ich höre von nicht wenigen, daß sie die Dankbarkeit in den Mittelpunkt stellen und sich den Verzagten und Vorsichtigen in der Gemeinde an die Seite stellen und auch ihnen Hilfe zurück zur Normalität zukommen lassen wollen. Nicht jeder Weg ist für jeden gleich leicht zu gehen. Üben wir geschwisterliche Liebe und stärken dadurch unsere Gemeinschaft und das Lob Gottes!

1. Stunden und Gottesdienste sind unter Einhaltung der bestehenden Hygienevorschriften und der Abstandsregelung erlaubt

Die Sächsische Staatsregierung hat weitere Lockerungen bestehender Coronabeschränkungen beschlossen, bei Einhaltung hygienischer Auflagen. Diese gelten ab Montag, dem 4. Mai. Für unseren Verband bedeutet das, daß wir nicht mehr auf 15 Teilnehmer beschränkte Versammlungen durchführen dürfen, jedoch nur unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsbestimmungen.

Gleichwohl Versammlungen und sonstigen Ansammlungen von Menschen weiterhin untersagt bleiben, gibt es weitere Ausnahmen: Ausgenommen sind Zusammenkünfte mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und weiterer fünf Personen zur Begleitung Sterbender. Gottesdienste sind unter Einhaltung der bestehenden Hygienevorschriften und der Abstandsregelung erlaubt. Hier ist also die Begrenzung von maximal 15 Teilnehmern entfallen.

Erlaubt sind auch ortsfeste Versammlungen unter freiem Himmel mit einer maximalen Teilnehmerzahl von 50 Besuchern und einer zeitlichen Begrenzung auf 60 Minuten. Die Versammlungsteilnehmer müssen einen Mindestabstand von 1,5 Meter zueinander einhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Wieder möglich sind Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit einem genehmigten Konzept zur Hygiene und der professionellen Betreuung; dazu jedoch weiter unten mehr!

2. Was bedeutet das für uns?

Die Abstandsfrage ist klarer formuliert. Der Mindestabstand liegt bei nun einheitlich 1,5m.

Für unsere Stunden, Gottesdienste, Bibelstunden, Gebetskreise etc., bedeutet die neue Regelung, daß wir soviele Teilnehmer einlassen dürfen, wie mit 1,5m Abstand unterbringbar sind. Dabei bleiben die sonstigen Regelungen, insbesondere zur Hygiene, bestehen. Die Veranstaltungen unter der Woche sind als ergänzende Gottesdienste zu verstehen.

Für nicht wenige Gemeinschaften ändert sich daher wenig: da sie aufgrund ihrer räumlichen Gegebenheiten und des Mindestabstandes kaum mehr Teilnehmern Platz bieten können. Die Gemeinschaften, die größere Räume zur Verfügung haben oder Kirchgebäude benutzen, können ihre Stunden und ergänzenden Gottesdienste nun mit einer Teilnehmerzahl halten und feiern, die durch den Mindestabstand bestimmt ist. Diese Teilnehmerzahl ist vorher festzulegen.

Die einzuhaltenden Hygieneregeln sind weiter unten nochmal angeführt.

Weiterhin als problematisch gesehen werden Chöre und Blasinstrumente. Diese sollten vorläufig nicht musizieren. Die Musik kann von einem Musiker gespielt oder eingespielt werden. Mund- und Nasenbedeckung werden in der Landeskirche zum Singen vorgeschrieben. Sollten Geschwister in den Gemeinschaften hier unsicher sein, so spricht nichts dagegen, beim gemeinsamen Singen eine Mund- und Nasenbedeckung zu verwenden.

Vorstandssitzungen sind bevorzugt auf Video- oder Telefonkonferenzebene zu gestalten, es sei denn, es sind „Zusammenkünfte, die für die Ausübung beruflicher Tätigkeiten“ notwendig sind.

Für die ec Kinder- und Jugendkreise gilt folgendes: Ab dem 4. Mai sind laut neuer Verordnung auch wieder „Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit einem mit der zuständigen kommunalen Behörde abgestimmten Konzepts zur Hygiene und professioneller Betreuung“ möglich. Auf der einen Seite freuen wir uns sehr darüber, doch es wirft auch viele Fragen auf, die erst noch geklärt werden müssen. Geklärt werden muß u.a. was eine „professionelle Betreuung“ bedeutet und ob dies größere Probleme mit sich bringen könnte. Die EC-Geschäftsstelle wird sich umgehend mit den Behörden in Chemnitz in Verbindung setzten, Fragen klären und ein angepaßtes Hygienekonzept erarbeiten, das wir schnellstmöglich weitergeben. Bis dahin bitten wir euch weiter um Geduld. Bevor kein angepaßtes Konzept zur Hygiene und der professionellen Betreuung steht, dürfen weiterhin keine Kinder- und Jugendstunden stattfinden.

3. Was muß momentan bei der Durchführung beachtet werden?

Einhaltung der Abstandsregel und der Hygieneregeln bei Gottesdienst/Stunden, Bibelstunde und Gebetskreisen

  • Die Sitzplatzmöglichkeiten sind deutlich sichtbar zu markieren. Die maximale Teilnehmerzahl ergibt sich durch den Mindestabstand von 1,5m in alle Richtungen und wird vorher festgelegt. Bitte sorgt dafür, daß nur eine Person Musik macht und Chöre sowie Blasinstrumente nicht eingesetzt werden. Beim gemeinsamen Singen kann eine Mund- und Nasenbedeckung aufgesetzt werden.
  • Der Einlass wird geregelt. Auch hier gelten die 1,5 Meter Mindestabstand. Gemeinschaften, die eine größere Teilnehmerzahl erwarten, als sie in einer Stunde/Gottesdienst aufgrund des Mindestabstands unterbringen können, sollten sich vorher überlegen, wie sie aufteilen wollen (z.B. Listen erstellen und die Gottesdienste/Stunden aufteilen etc.).
  • Einige Gemeinschaften haben die Möglichkeit, ihre Stunde in weitere Räume zu übertragen: hier können weitere Geschwister sitzen, wenn sie den Mindestabstand von 1,5m einhalten.

Einhaltung der Hygieneregeln

  • Ein- und Ausgangstüren werden vor und nach dem Gottesdienst offengehalten. Die Türgriffe sollen so wenig wie möglich berührt werden, um die ständige Desinfektion der Griffe zu vermeiden.
  • Kleidungsstücke und Ähnliches werden gegebenenfalls neben dem Sitzplatz abgelegt.
  • Gesangbücher werden aus hygienischen Gründen nicht bereitgelegt. Liedblätter sind zu bevorzugen. Gegebenenfalls können Gesangbücher und Liederbücher von den Geschwistern selbstständig mitgebracht und mitgenommen werden.
  • Die Kollekte ist in stationären Spendenbehältern einzusammeln (kein Herumgeben eines Behältnisses).
  • Menschen mit Krankheitssymptomen können nach wie vor nicht an den Gottesdiensten teilnehmen.
  • Verzicht auf Händedruck und Umarmung
  • Möglichkeiten zur Handdesinfektion am Ein- und Ausgang
  • freiwilliges Tragen des Mund- und Nasenschutzes

4. Sonderfall Kirchräume / Kirchgebäude

Jene Gemeinschaften, die in Kirchgebäude/Räumen der Landeskirche ihre Stunden, Bibelstunden, Gebetskreise halten, können diese als ergänzende Gottesdienste weiterhin dort abhalten! Die dort vorgegebenen (Hygiene-)Regeln sind zu beachten. Sollte es hier Probleme geben, melden sich die Gemeinschaftspastoren bitte direkt beim Landesinspektor.

5. Weiteres

Die freistaatlichen Regelungen gelten vom 4. Mai bis zum 20. Mai. Das Verbot von Veranstaltungen über 1000 Menschen übrigens (mindestens) bis 31. August.

 Heiliges Abendmahl

Jene Gemeinschaftspastoren, die das Heilige Abendmahl halten wollen, melden sich bitte direkt beim Landesinspektor.

Landeskonferenz Onlinegottesdienst

Am 17. Mai gibt es die Möglichkeit, ab 10:00 Uhr eine Onlinieversion des Konferenzgottesdienstes anzuschauen unter: https://www.sächsischer-gemeinschaftsverband.de/ Herzliche Einladung dazu!

 

Liebe Geschwister, wir sind in der dankenswerten Lage, in vielfältiger Form miteinander verbunden zu sein. Unsere Möglichkeiten, uns tatsächlich zu treffen und reale Gemeinschaft zu haben sind unter diesen Umständen nicht optimal, aber auch nicht schlecht. Wir arbeiten daran, alle Möglichkeiten, gerade auch im Kinder- und Jugendbereich, zu nutzen und sind auf Verbandsebene dran, weitere Normalisierungen anzustoßen. Wir danken für all eure Gebete, eure Geduld und euer Mittun in den unterschiedlichsten Bereichen. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott!

Mit herzlichen Grüßen, auch im Namen der Leitung und
Gott befohlen

Jörg Michel
(Landesinspektor)