Sächsischer Gemeinschaftsverband

An alle Geschwister und Gemeinschaften des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes

Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus sagt seinen Leuten zu, Licht zu sein. Licht, das in die Dunkelheit leuchtet und sie erhellt. Weil wir Jesus gehören, sind wir Licht. Wir wollen, dass Menschen Orientierung und Geborgenheit durch unseren Herrn erfahren. Paulus sagt dazu „die Frucht des Lichts ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit“. Deshalb möchten wir euch ermutigen, in Klarheit und Liebe auf die Herausforderungen der Situation zu reagieren und in der von seinem Geist geprägten Art und Weise füreinander einzustehen und auf andere zuzugehen.
Das Rücktrittsangebot unseres Landesbischofs Dr. Carsten Rentzing vom 11. Oktober hat uns tief erschüttert und stark irritiert. Dem Vorwurf, in über 30 Jahre alten Schriften „elitär, in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich“ geschrieben zu haben, folgt nun Kritik am Verhalten des Landesbischofs gegenüber diesen Vorwürfen. Kritik begleitet in verschiedensten Formen den Landesbischof seit seiner Wahl; diese kann auch verstanden werden als klare Ablehnung seiner wohlbegründeten theologisch konservativen Position. Durch die ursprünglichen politisch begründeten und motivierten Vorwürfe hat dieser Vorgang eine bedauerliche politische Dimension, die jedoch wahrgenommen werden muss. Deshalb weisen wir auf die Petitionen von Dr. Marcus Jacob und von citizen.org („Für den Verbleib von Sachsens Landesbischof Dr. Carsten Rentzing im Amt!“) hin.
Unser Blick richtet sich jedoch zuerst und treu auf den Herrn dieser Kirche. Wir stellen fest, dass der Landesbischof in all seinen Jahren im Amt herausragende Verdienste um die Einheit dieser angefochtenen Landeskirche erworben hat. Er hat dafür nicht wenige Male über seine eigenen theologischen Grenzen hinaus Kompromissen zugestimmt, die mit einem konservativen Profil nicht in Deckung zu bringen sind. Seine ständige, evangeliumsgemäße und Christus zentrierte Verkündigung ist und bleibt ein Fundament der Kirche Christi, von dem wir, ohne Schaden zu nehmen, nicht weichen können. Die landeskirchlichen Gemeinschaften in Sachsen stehen für bibeltreue und auf das Evangelium ausgerichtete Theologie und sehen mit großem Bedauern, dass diese Theologie aufgrund des Durcheinanders von persönlichen, politischen und theologischen Angriffen auf den Landesbischof in Gefahr steht, auch in dieser Landeskirche eine, wenn überhaupt, nur randständige Rolle zu spielen und folglich weiterhin Menschen sich von dieser Landeskirche abwenden. Auch diesen Menschen wollen wir geistliche Heimat sein und bieten. Nun ist Redlichkeit und Lauterkeit aller Beteiligten gefordert, dem Herrn der Kirche Ehre zu geben, seinem Wort zu gehorchen und in diesem Sinne weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden. Wir rufen weiterhin auf zum Gebet für den Landesbischof, seine Familie und unsere Kirche!

Der Vorstand des Landesverbandes Landeskirchlicher Gemeinschaften Sachsen e.V.