Seit fast 30 Jahren gibt es in unserem Verband einen Gebetstag. Zu diesem sind Angestellte, Ruheständler, Bezirksleiter und Delegierte (vorher Landesvorstandsmitglieder) und deren Ehepartner eingeladen. Die erste Gebetszusammenkunft dieser Art fand am 9. Oktober 1992 statt.

 

G – Gestaltung

Die Angestellten einer Region unseres Verbandes sind abwechselnd für die Ausgestaltung des Verbandsgebetstages zuständig. Er steht immer unter einem vom Vorbereitungskreis ausgewählten Thema bzw. Bibeltext – beispielsweise „Mit dem Vaterunser beten“. Dazu werden kurze Impulse gegeben und konkrete Gebetsanliegen benannt, dann wird gebetet. Eine solche Einheit umfasst ca. 30 Minuten.

Die Gebetseinheiten sind in der Gebetsart unterschiedlich gestaltet: im Plenum, in Kleingruppen oder auch als Gebetsparcour. Bei Letzterem hängen bzw. liegen verschiedene Gebetsschwerpunkte an unterschiedlichen Stellen im Raum und jeder nimmt sich Zeit, um an den einzelnen Stationen zu beten. Meistens liegt da auch noch etwas zum Mitnehmen dabei, was das Gebetsanliegen unterstreicht: Wo es um das Miteinander der Generationen geht, ein Tütchen Gummibärchen („Haribo macht Kinder froh und Erwachsne ebenso“). Oder ein Päckchen Taschentücher, wo es darum geht, was uns Not bereitet. Oder ein Bibelwortkärtchen, wo es um das Anliegen der Verbreitung des Wortes Gottes geht. Diese Gebetsart lässt sogar noch einen Vergleich zu: Man kommt mit leeren Händen zum Beten und geht beschenkt wieder weiter. Und kann davon manchmal sogar noch weitergeben.

Eine der Gebetseinheiten wird mit Liedern gestaltet, mit denen wir gemeinsam Gott loben, ehren und anbeten.

E – Entstehung

Es war eine gute Idee der Verbandsleitung bzw. des Landesvorstands, nach der Wende so einen Gebetstag ins Leben zu rufen. Der Dank stand dabei ganz vorne dran: Die Wende war friedlich verlaufen, Ost und West gehörten wieder als Deutschland zusammen, es gab viele Freiheiten. Aber wie wird es weitergehen? Wie gehen wir mit den neuen Freiheiten um? Welche Herausforderungen kommen auf uns zu? Was wird umstrukturiert werden müssen? Wie wird es mit den Finanzen werden? Das waren alles Fragen, die wir vor Gott bringen und auf seine Antwort hören wollten. Es ging darum, unserem Gott die Zukunft unseres Verbandes anzuvertrauen, genauso wie die persönliche Situation und die in unserem Land.

Gerade neue Situationen fordern uns heraus, nicht einfach alles laufen zu lassen, sondern auf Gottes Worte, Fügungen, Vorbereitungen und Wegweisungen zu achten. Was hat Gott uns zu sagen? Aus den vollen Kirchen der Wendezeit entstand nicht der erhoffte Aufbruch in die Jesusnachfolge. Sicher gab es neue Möglichkeiten, die wir nutzen konnten. Bunte Schriften, an die wir uns heute längst gewöhnt haben, konnten verteilt werden und hatten auch eine gewisse Anziehungskraft. Aber Anziehungskraft ging auch von anderem aus, was nicht in die Nähe Gottes zog. So brauchten wir auch Durchblick, was es mit den „Wendegöttern“ und den neuen Freiheiten auf sich hatte.

 

B – Begegnung

Im Gebet verbandsweit miteinander verbunden zu sein, ist zugleich auch eine Stärkung für uns Teilnehmende. Man freut sich aufeinander, trifft sich und kann auch mal über den Tellerrand eines Bezirkes hinaus miteinander im Gespräch sein, einander ermutigen und Anteil geben an dem, was einem auf dem Herzen liegt. Die kleinen Gebetsgruppen und die Pausen bieten dazu gute Gelegenheit.

 

E – Erwartung

Zunächst dürfen wir von unserem Gott viel erwarten, weil wir nur mit ihm etwas bewirken können und er uns zum Gebet ermutigt hat.

Es wäre natürlich auch schön, wenn die Gebetsversammlungen in unserem Verband wieder Aufwind bekommen würden. Leider ist die Beteiligung am Verbandsgebetstag im Laufe der Jahre zurückgegangen. Da wäre es wünschenswert, die Chance des Verbandsgebetstages wieder ganz neu oder überhaupt zu entdecken. Eine echt sinnvoll genutzte Zeit!

 

T – Tagesablauf

Der Verbandsgebetstag findet meist an einem Freitag statt und beginnt 10 Uhr. Nach der Begrüßung folgen 3 Gebetseinheiten, nach der Mittagspause folgen 2 weitere Gebetseinheiten, die mit dem Abendmahl gegen 14 Uhr abschließen.

 

Gabriele Klug

Pockau-Lengefeld

Gemeinschaftspastorin

 

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Bildnachweis: Archiv SGV