Erfahrungen mit der Kurzbibelschule

Lernen, auf Gottes Wort zu hören

Im September 2017 besuchte ich die Kurz­bibelschule des Landesverbandes in der Hüttstattmühle. Diese Erfahrung hat mich nachhaltig geprägt!

In den letzten 30 Jahren habe ich so man­che Gemeinschaftsstunde bei uns in Crim­mitschau gehalten. Sei es Jugend-, Ge­bets-, Bibel- oder Gemeinschaftsstunde: Immer wieder machte ich mir Gedanken darüber, wie ich diese Stunde am besten vorbereiten könnte. Ich hatte mir oft vor­genommen, etwas darüber zu lernen. Aber, um ehrlich zu sein, haben die Trägheit und der „Innere Schweinehund“ so manches verhindert. Es ist einfach, eine gehörte Stunde zu begutachten; festzustellen ob sie gut war oder eben auch nicht. Wir Ge­meinschaftsleute machen das allzu oft so. Aber selber etwas auszuarbeiten ist schon bedeutend schwerer.

Also habe ich mich von meiner Frau und meinen Kindern überreden lassen, mich weiterzubilden. Ich habe die Möglichkeit angenommen, in der Hüttstattmühle et­was zu lernen.

Die Lehrer – wie Johannes Berthold und die anderen – sind super. Ich habe gelernt, mich mit dem Vers oder dem Kapitel aus der Bibel tiefer zu beschäftigen und im Kopf zu bewegen sowie die geschichtlichen Hin­tergründe zu erforschen: Warum war das damals so und nicht anders oder nicht wie heute? Und ich habe gelernt, lange zu be­ten, mich mit Jesus über das Wort zu unter­halten und auch darauf zu warten, was er mir sagen will – auch auf Antworten warten zu können. Was ist wichtig und was nicht – gerade in diesem einen Augenblick?

 

Lernen, das Leben auszudrücken

Ich habe schon viel mit Jesus erlebt. Ich bin in einem Unternehmer-Elternhaus auf­gewachsen, habe die Firma von meinem Vater weitergeführt, Erfolge gefeiert, Höhen erlebt, Geld gehabt, aber auch die Firma be­erdigt. Am Tiefpunkt meines Arbeitslebens habe ich mich wie der größte Versager ge­fühlt. Und immer war Jesus an meiner Seite.

Ich habe eine tolle Frau, tolle Kinder und Schwiegerkinder. Auch mit dem Tod hatte ich schon mehrfach Berührung: Eine Toch­ter habe ich verloren, meinen Vater und Schwiegervater schon vor vielen Jahren beerdigt. Meine jüngste Tochter hat eine unheilbare Krankheit, mit der sie sich das ganze Leben herumschlagen muss. Und auch hier ist Jesus immer an meiner Seite.

In meinem Beruf – als Schmiede-Metall­baumeister, als Chef, als Projektleiter auf großen Baustellen – lernt man viele Verhal­tensweisen von Menschen kennen. Wie re­agieren Menschen in Situationen, wenn et­was nicht passt oder wenn der eine etwas falsch gebaut hat? Wie sagt man das, wie bringt man das rüber, dass der andere das versteht und nicht dabei sofort verletzt wird? Wie hört der andere mir zu, ohne gleich zuzumachen? – In der Bibelschule habe ich auch darüber etwas gelernt.

In meinen Job kommt es oft vor, dass ich im Auto sitze. Auf dem Weg zu den Baustellen kann man super nachdenken, hören, mit Gott reden. Ich habe einen Speicher-Stick im Auto. Damit kann ich viele Predigten, Vorträge und auch Bibeltexte mehrmals hören und verarbeiten. So manche Baustel­le ist einige 100 Kilometer entfernt; da hat man neben dem Autofahren Zeit.

Oder am Schmiedefeuer: Wenn man ein Werkstück in das Feuer hält und darauf warten muss, dass es sich so auf 1.000 Grad erwärmt, kommt man schon mal zum Nachdenken. Wie formt uns Gott? Manch­mal wie ein Töpfer seinen Krug – oder auch ab und zu mal mit dem Hammer.

In meiner Freizeit bin ich Stadtrat und ma­che politische Parteiarbeit. Gerade in der jetzigen Zeit, die immer hitziger wird, hat man es oft mit Andersdenkenden und -le­benden zu tun. Häufig kommt es auf ge­sprochene Silben und Wörter an, weil alles auf die Goldwaage gelegt wird. Immer wird darauf geachtet, was man falsch sagt. – In der Bibelschule konnte ich lernen, auch da­für die richtigen Formulierungen zu suchen und zu finden.

 

Berufen zum Berichten

Ich kann viel von meinem Leben mit mei­nem Herrn Jesus erzählen. Das ist meine Aufgabe und Berufung: von dem zu be­richten und vorzuleben, was wichtig ist. Gerade in unseren heutigen turbulenten und schnelllebigen Zeiten. Was ist wirklich wichtig? Geld? Schönheit? Erfolg? Ruhm? – Oder das Fundament: Dass es tief, breit, kräftig und stabil ist? Wirft mich manches aus der Bahn – oder halte ich den Kurs?

In der Hüttstattmühle konnte ich lernen, wie ich diese Erfahrungen mit meinem Herrn und Seinem Wort formulieren kann. Mein Leben und Jesus haben mich ge­formt. Das Seminar hat mir die Werkzeuge in die Hand gegeben, anderen Menschen davon zu berichten.

 

Stephan Theuring

Crimmitschau

 

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Bildnachweis: dbreen| pixabay.de