Urlaub 2021 – und wo geht´s hin? Die einen möchten möglichst in zwei Wochen die halbe Welt bereisen, die anderen in diesem Jahr nicht so weit fort. Also Urlaub in der Heimat. Dass sich das lohnt, merkt man, wenn man sich mit Touristen unterhält, die die eigene Stadt bereisen. Man erfährt manchmal Erstaunliches von Dingen und Plätzen, die eigentlich so nahe sind, die man aber bislang nie zur Kenntnis genommen hat. Und der Heimatkundeunterricht ist schon etwas lang her.

Heimat ist, was mir vertraut ist, was mir auf seine Art Geborgenheit gibt und Identität prägt. Heimat, der Ort, der mir erzählt, wer ich bin. Aber bin ich jetzt nun Leipziger? Oder Vogtländer – ich habe schließlich 17 Jahre im Vogtland gewohnt. Vielleicht ja doch „Arzgebirgler“ – dort bin ich geboren und aufgewachsen. Oder Halbpreuße …? Wenn Heimat etwas mit der Herkunft und der Vergangenheit zu tun hat – auch der der Familie wohl schon – also, was ist meine Heimat?

„Ihr seid jetzt also nicht länger Fremde ohne Bürgerrecht, sondern seid – zusammen mit allen anderen, die zu seinem heiligen Volk gehören – Bürger des Himmels; ihr gehört zu Gottes Haus, zu Gottes Familie.“ (Eph 3,19) Wir sind zu Hause beim Vater – Bürger des Himmels. Paulus definiert Heimat nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Zugehörigkeit: Ich gehöre Jesus und zu Ihm. Das heißt auch, dass es völlig normal ist, wenn ich hier mit manchen Dingen um mich herum fremdle. Ich bin ja fremd hier, ich gehöre eigentlich nicht hierher. Jede Gemeinde, jede Gemeinschaft ist die Botschaft des Heimatlandes; das Familientreffen des Himmels; das, was wir „geistliche Heimat“ nennen. Hier leben wir unsere – die himmlische – Kultur und sprechen die Sprache des Himmels. Auch, wenn das für manche Kanaanäisch ist: Worte wie Vergebung, Heiligung, Sanftmut, Demut und Agape sind unsere Muttersprache. Und es tut gut, sie hin und wieder zu hören, oder?

Wir möchten, dass Menschen diese Heimat bei Jesus in unseren Gemeinschaften finden, dass sie Geborgenheit, Sicherheit und Identität eines Gotteskindes erhalten. Wir geben dem Glauben ein Zuhause.

 

Aber jetzt erst mal ab in den Urlaub. Vielleicht entdecken wir dort, was Menschen hilft, heimisch zu werden.

 

Gesegnete Ferien, euer

 

Reinhard Steeger

Leipzig

Vorsitzender des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes

 

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