Vision für Mission
Ein Stück Glut in der Asche
Irgendwie fühlt es sich an, als sei die Gemeinschaftsarbeit auf dem absteigenden Ast. Nicht an allen, aber an vielen Orten werden die Kreise kleiner, das Gebet leiser, die Hoffnung geringer. Wenn man auf die Karte guckt und sieht, wo die LKG früher mal Standorte hatte, dann kriecht einem die Trauer in den Nacken. Ein schmerzhafter Blick. Wir schrumpfen. Muss das so sein? Soll das so sein? Weiter machen wie bisher und hoffen, dass es irgendwie wieder besser wird, ist keine Option. Der Trend deutet zu sehr an, dass wir irgendwann fast alles schließen müssen. Also Fragen stellen und Sendung verfolgen:
Was hat damals vor 125 Jahren die Leute angetrieben LKGs zu gründen? Woher kam das Feuer?
Wir haben in der Asche der Vergangenheit gewühlt und ein Stück Glut gefunden. In einem alten Heft, das zur 100-Jahr-Feier der Dresdner LKG gedruckt wurde, haben ein paar unserer Urgesteine“, u. a. Gottfried Geweniger und Wolfgang Thoß, die Geschichte durchstöbert und beschrieben, was unsere Ahnen taten und was sie antrieb. Und das ist genial! Z. B klingt ein Satz eines unserer Gründungsmitglieder von 1900 folgendermaßen:
„Wir müssen hinaus aus den Salons, hinaus aus dem geistlichen Genießen auf die Straßen der Großstadt, in die Häuser der Not und Krankheit.“ (Bernhard Kühn)
Das war damals, um 1900, ein Teil der Vision, ein Teil des Gründungsgedankens. Wir haben ihn aufgegriffen und eine Vision formuliert, in der wir beschreiben, was und wie wir in Zukunft sein wollen. Eigentlich ist das nichts Neues, aber seitdem träumen wir von einer Gemeinschaft, in der Jesus Christus uns mit einer Leidenschaft begeistert, die sich im Leben aller Generationen durch Vergebung, Neuanfang, Veränderung und Mut äußert. Wir träumen von einer Gemeinschaft, in der mit Enthusiasmus Bibel gelesen und Gott immer tiefer kennengelernt wird.
Wir wollen, dass Gottes Liebe uns zu kreativen Gottesdiensten, vielfältigem Lobpreis, innigem Gebet und tiefgründigen Gesprächen motiviert.
In unserer Gemeinschaft soll Gottes Liebe Gestalt annehmen, indem Gottes Charakter durch uns sichtbar wird. Wir wünschen uns eine Gemeinschaft, die auf die Not der Welt reagiert. In dieser Gemeinschaft hat der Gründungsgedanke von 1900 nicht an Kraft verloren. Mit dem Wissen, dass Gott auch heute noch Wunder tut, sehnen wir uns nach Seiner Kraft und erwarten Sein Wirken. Kannst du mitträumen? Was müsste sich ändern, damit das Wirklichkeit wird?
Michael Hochberg
Dresden
Gemeinschaftspastor
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Bildnachweis: John Lee / pixabay.de


