… hält keine Macht der Welt uns fest,

ihm zu gehorchen, zu vertraun

//: und mit an Gottes Welt zu baun. ://

… so hat es Wolfgang Vorländer vor Jahren in einem Lied gedichtet. Der auferstandene Christus Jesus selbst hat der Christenheit einen klaren Auftrag gegeben: »Geht in die ganze Welt und verkündet der ganzen Schöpfung das Evangelium! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.« (Mk. 16,15.16) Die ersten Christen verzichteten auf lange Beratungen oder das Abwägen des »Für-und-Wider« und zogen los. »Sie aber gingen überallhin und verkündeten ›das Evangelium‹. Der Herr wirkte mit und bekräftigte das Wort« (Mk. 16,19f). Und weil das Evangelisationsgebiet vor der eigenen Haustür beginnt, gingen sie vermutlich zuerst zu ihren Nachbarn, Freunden und Kollegen. Andere überschritten Orts- und Landesgrenzen, um die Jesus-Botschaft unter die Leute zu bringen. Dabei fanden sie nicht nur offene Ohren und geduldige Zuhörer. An manchen Stellen schlug ihnen der blanke Hass entgegen oder sie wurden davongejagt. Paulus, der sonst über sein eigenes Ergehen kaum Worte verliert, gibt im 2. Korintherbrief (2. Kor. 11,23-28) einen kleinen Einblick, was Jesuszeugen erwarten kann.

Es geht um Leben & Tod

Aber der Auftrag, der zu erfüllen war, stand nun einmal fest. Alle Leute sollten wissen, wer Jesus ist, was er gesagt und getan hat, dass er wegen unserer Sünde gekreuzigt und von Gott auferweckt wurde. Jesus stellt für uns die Verbindung zum Schöpfer wieder her. So rettet und versöhnt er uns mit Gott. Wer ihm vertraut, kann in ein neues Leben starten. Dadurch wird unser Leben in Gottes Augen so wertvoll, dass nichts und niemand, nicht einmal der Tod, uns aus seiner Hand reißen kann. Nach dem Tod oder wenn Jesus wiederkommt, wird diese Verbindung noch viel intensiver: Dann werden wir ihn sehen, wie er ist!

Die Entscheidung aber, in welche Richtung sich unser Leben bewegt – hin zu oder weg von Gott – fällt in unserem irdischen Leben. Und weil es dabei um Leben und Tod geht, spricht Jesus von Rettung, die jeder Einzelne nötig hat.

Deshalb sollen alle es hören: »Jesus lebt!« Und wer ihm glaubt, der hat das Leben (1. Joh. 5,12). Menschen aber können Jesus nur vertrauen und ihm folgen, wenn sie ihn kennen. Und kennenlernen können sie ihn nur, wenn ihnen jemand die gute Nachricht vom Christus Jesus erzählt (Röm. 10,13-17).

Eine einmalige Botschaft in vielfältiger Weise

Und an dieser Stelle kommt wieder die Christenheit, auch die sächsische, ins Spiel. Wir wollen niemandem etwas aufzwingen oder wie zwielichtige Verkäufer unterjubeln. Aber wir bitten unsere Mitmenschen im Auftrag von Jesus Christus: »Lasst euch versöhnen mit Gott!« (2. Kor. 5,20) Nicht immer wird diese Bitte Gehör finden. Davon wollen wir uns nicht abschrecken lassen, denn die Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen macht erfinderisch. Deshalb lasst uns unterschiedliche Möglichkeiten nutzen – vom Gespräch über den Gartenzaun bis zur Evangelisationswoche, von Gottesdiensten über Hauskreise bis zu Glaubenskursen. Und da die Zugänge zum Glauben sehr unterschiedlich sind, wollen wir verschiedenen Wege ausprobieren und praktizieren. Dabei geht es vor allem um die Botschaft, nicht um die Methoden. Evangelisation (missionarisches Handeln) wird nämlich zuerst vom Inhalt bestimmt. Und das ist die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. Die noch nicht glauben, werden zur Umkehr und zu einem Leben mit Jesus eingeladen und wir bieten ihnen Möglichkeiten sich zu ihm zu bekennen.

Vertrauen in die Wirksamkeit des Wortes Gottes

Damit wäre alles gesagt, was uns der auferstandene Jesus Christus aufgetragen hat. Aber warum hapert es so häufig bei der Umsetzung. Gibt es doch »Mächte und Gewalten«, die uns abhalten, dem Auftrag gerecht zu werden? Warum sind wir an vielen Stellen so gleichgültig und schweigsam? John Stott, einer der bedeutenden europäischen Theologen, hat bereits in den 1970iger Jahren geschrieben: »Der Grund für den nachlassenden Missionseifer liegt allein in dem schwindenden Vertrauen in die christliche Botschaft.«

Es fehlt uns das Bewusstsein, dass alle Menschen ohne Jesus Christus in Ewigkeit verloren gehen und von Gott getrennt sind. Und es fehlt uns das Vertrauen in die Wirksamkeit des Wortes Gottes.

Weil Jesus auferstanden ist und für alle Menschen sichtbar zum Gericht wiederkommen wird, brauchen wir wieder neuen Mut zur persönlichen und öffentlichen Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus.

Jesus sagt: »Ich lebe und ihr sollt auch leben« (Joh. 14,19). Ostern erinnert uns daran. Diese Botschaft gilt allen Menschen. Darum lasst uns den Auftrag des Auferstandenen ganz neu anpacken!

 

Gunder Gräbner

Evangelist des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes, Chemnitz