Die Erde mag wanken und alle, die darauf wohnen, aber ich halte ihre Säulen fest.
… Der HERR hat einen Becher in der Hand, mit starkem Wein voll eingeschenkt.
Er schenkt daraus ein und die Frevler auf Erden müssen alle trinken und auch noch die Hefe schlürfen.
Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs.
Psalm 75,4,9+10

Gott unser Schöpfer ist auch heute hier und jetzt präsent.
Schon vor zwei Wochen auf dem Weg zum Bäcker begegnete mir eine Frau und meinte, sie halte schön Abstand. Da kam ich mit ihr ins Gespräch und sie erzählte mir, die alten Leute haben Angst. Und diese angstvolle Stimmung hat Einzug genommen in die Stadt. Auch wenn die meisten Geschäfte geschlossen sind, finden wir Security, Abstandshalter, Plexiglasscheiben vor den Kassen in den Supermärkten vor. Wir wissen nicht, wie man am besten mit diesem Virus umgeht, und so versucht man Maßnahmen zu treffen, die menschlich eben möglich sind. Und doch schwebt diese Angst als Grundstimmung mit. Ich will jetzt nicht sagen, dass das alles Schwachsinn ist, doch ich will deutlich machen, was mir im Moment so begegnet und was ich mir eigentlich anders wünsche. Meine Deutschlehrerin hat in meinem Leben den Satz geprägt: „Mit der Zeit nimmt die Seele die Farben der Gedanken an“. Mit was füllen wir unsere Gedanken? Mit was füllen wir unser Herz?

In Matthäus 6,34 heißt es „Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“
Lassen wir uns weniger von den Sorgen füllen und mehr von Gottes Treue zu uns. Wenn uns das erfüllt, dann müssen wir nicht angstvoll in die Zukunft sehen, denn Gott unser Schöpfer hat das Ruder nicht aus der Hand gegeben. Er weiß, was die Zukunft bringen wird, und wir dürfen ihm unsere Zukunft anvertrauen.

Jesus betet im Garten Gethsemane, dass der Kelch des Gerichts an ihm vorübergehen möge und trank ihn doch bis zum bitteren Schluss aus.
Wenn mein Mann Fruchtwein herstellt, setzen sich mit der Zeit unten eine gute Schicht Hefe und Trübstoffe ab. Dieser Teil wird weg geleert, da er überhaupt nicht schmeckt.
Jeder gute Wein muss von der Hefe irgendwann getrennt werden. Wenn in Psalm 75 vom Trinken des Weins mitsamt der Hefe die Rede ist, dann ist genau das das bittere Ende. Für die an Jesus Glaubenden wird deutlich: Jesus hat für unsere Schuld am Kreuz bezahlt. Er hat den Kelch bis zum bitteren Ende für uns ausgetrunken. Unser Leben ist in guten Händen, auch dann, wenn Angst erlebbar wird. Er ist unser Halt, er ist da.
Der Psalmbeter hat Gott gedankt: Der Gott, der schon mit Jakob seinen Weg gegangen ist, ist auch bei uns heute. Von den Taten Gottes wollen wir weitererzählen. Von dem, was Jesus aus Liebe zu uns für uns an Karfreitag und Ostern getan hat.

Vielleicht bei einem Telefongespräch oder sie treffen zufällig doch noch jemanden auf der Straße und sprechen ihm Mut zu.

Jasmin Weigelt, Riesa