„Du bist ein Engel“, so haben wir es schon gesagt oder auch gehört.

Das kann passieren, wenn wir unverhoffte Hilfe von anderen Menschen erfahren oder sie ihnen zuteilwerden lassen. Engel in Menschengestalt. Engel sind in den Souvenirläden, Buchhandlungen und anderen Geschäften hoch im Kurs. Sie gibt es in allen Formaten: Als Anhänger, als Holzengel für die Hand, zum Aufstellen usw. Ja, sogar seinen persönlichen Schutzengel kann man kaufen.
Nicht zu vergessen, der Engel, der zu Weihnachten im Erzgebirge neben dem Bergmann steht. Da kommen wir der eigentlichen Wahrheit über Engel schon näher. Denn sie tauchen gerade in der Weihnachtsgeschichte an vielen Stellen auf.
Schauen wir in die Bibel, dann haben Engel verschiedene Aufgaben: Sie verkündigen, sie stärken (Jesus im Gebetskampf in Gethsemane (Lukas 22,43)), sie führen, sie beschützen, sie üben Gericht aus. Ich habe den Eindruck, dass Engel heute oft als Talisman verstanden werden, also als Glücksbringer. Anders in der Bibel. Der Schreiber des Hebräerbriefes widmet etliche Zeilen diesem Thema. Er sagt: Engel sind dienstbare Geister. Losgelöst von Dienstgeber gibt es sie nicht. Und sie sind nicht höher als Christus, sondern handeln in seinem Auftrag.

Manchmal denke ich, dass ich diese unsichtbare Welt der Dienerschaft Gottes in meinem Glauben und Denken vernachlässigt habe. Vielleicht auch aus Vorsicht heraus, nichts Falsches zu „glauben“. Und doch ist sie Realität und wird es auch bis in Ewigkeit sein.

Darum dürfen wir auch in dieser schwierigen Zeit der Krise darauf vertrauen, dass Gott nicht untätig zuschaut, sondern mit seinen Boten um uns ist. Was für ein Gott, der alles in Bewegung setzt, um uns kleinen Menschen auf diese Weise zu dienen.

Die Verheißungen der Schrift in Psalm 91 und 34 ermutigen zum Vertrauen: Gott hat uns nicht verlassen. Er, der Herr über das Universum, über alle Krankheiten und alle Mächtigen in der Welt, umgibt uns mit seinem Dienerheer.

Das heißt nicht, dass wir dann ohne Mühen durchs Leben kommen. Ja, Gott kann Böses abwenden von seinen Kindern, er behütet sie. Aber vielleicht ist es auch einmal sein Wille, dass wir inmitten der Nöte erfahren, wie er uns dient: Indem er uns aufrichtet, reifen lässt und selbst zu Engeln macht, die anderen dienen dürfen in seinem Namen.
Wenn ich das so sehe, dann kann mir auch ein Engelsymbol zum Segen und zur Erinnerung werden.

Psalm 91, 11-16 Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten. »Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil. «

Psalm 34,8: Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

Michael Wittig, Zschorlau