Ostern liegt hinter uns, der Alltag hat uns wieder. Hat Ostern unser Leben verändert oder sind wir doch ganz die Alten geblieben? Die Frauen damals waren erschrocken, sie konnten auch gar nicht anders, aber es sollte ein heilsames Erschrecken werden.

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Lukas 4, 5+6

Es gibt heute so vieles, was uns den Schreck in die Glieder fahren lässt. Denken wir nur an die Pandemie, die uns im wahrsten Sinne des Wortes gefangen hält. Wann wird das Ganze endlich vorbei sein und wie wird es dann werden? Unser Leben ist jetzt schon stark eingeschränkt. Wie lange wird es noch dauern, bis ich meine Familie wieder besuchen kann? Familienfeiern müssen ausfallen, selbst Konfirmationen müssen verschoben werden. Die Hoffnung schwindet, je länger, je mehr.

Die Auferstehung Jesu bäumt sich dagegen auf. Sie hat etwas heilsames, sie führt uns weiter, sie öffnet uns einen ganz neuen Horizont. Wie oft leben wir in Angst und damit machen wir nichts anderes, als den Lebenden bei den Toten zu suchen. Jesus ist auferstanden, er lebt. Wir brauchen nicht so zu tun als wäre er immer noch tot. Er hat einen Ausweg für uns. Damit ist unsere Angst nicht weg, so lange wir in dieser Welt leben, werden wir nicht ohne Angst sein, aber wir dürfen getrost sein, Christus hat die Welt überwunden (Johannes 16,33). Das wird nirgends deutlicher als in der Auferstehung Jesu, deshalb brauchen wir den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Wir dürfen uns mit unserer Angst an Jesus wenden. Er wird uns trösten. Er schenkt uns neue Hoffnung, Er zeigt uns, dass alles, was wir in dieser Welt erleben, nicht das letzte Wort hat. Jesus hat nicht nur diese Welt überwunden, er hat auch den Tod überwunden. Selbst wenn diese Welt am Ende ist, ist längst noch nicht Schluss. Wir dürfen von den Verheißungen Gottes leben und wir können uns gerade in Krisenzeiten daran festhalten.

Es wird einmal eine ganz neue Welt geben, in der Christus regiert. Das gilt auch schon für hier und jetzt, weil Jesus der Auferstandene ist und lebt, bleibt er der Handelnde. Wir merken gerade, wie machtlos wir sind. Aber wir dürfen uns in den Händen des Mächtigen geborgen wissen. Wenn wir am Ende sind und nicht mehr weiter wissen, hat Jesus schon längst eine Lösung parat. Seine Liebe können wir nur mit Vertrauen erwidern, mit ausnahmslosen Vertrauen und mit der Gewissheit, er hält das Beste für mich bereit. Er will das Gute, das er in mir begonnen hat, zu seinem Ziel führen, gerade wenn ich das heute vielleicht nicht spüre (Philipper 1,6).

Bei ihm sind wir auf der sicheren Seite, er ist der Sieger und mit ihm stehen wir auf der Seite des Siegers, auch wenn sich es manchmal nicht so anfühlt. Denken wir z.B. an ein Fußballspiel, bei dem ich 3 Bälle verschossen, 2 Fehlpässe gemacht und ein Eigentor geschossen habe, trotzdem hat unsere Mannschaft am Ende gewonnen. Ich gehöre mit zu den Siegern, egal was ich verkorkst habe, weil ich in der Mannschaft bin. Jesus hat den Sieg errungen, nicht ich oder wir, aber mit ihm werde auch ich zu den Überwindern gehören. Er schenkt uns seinen Sieg.

Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln. (Dietrich Bonhoeffer)

Uwe Korenke, Marienberg